45 Jugendliche aus der Pfarrgemeinde Ergoldsbach waren am Montag, den 15. August zum Weltjugendtag nach Köln aufgebrochen. Schon auf der Fahrt deutete sich an, zu welch großem Ereignis man unterwegs war: Immer mehr Busse mit Pilgern nach Köln waren auf den Autobahnen zu sehen.
Für die Ergoldsbacher Gruppe war die Unterkunft in einer Bonner Berufsschule vorgesehen. Helfer aus der Pfarrei St. Margaretha hatten dort alles vorbereitet und kümmerten sich auch in den folgenden Tagen ganz engagiert um ihre Gäste. Erste Weltjugendtagsluft konnten die Jugendlichen im „Global village“ der KLJB am Dienstag vormittag in Bonn schnuppern. Dort fand eine Podiumsdiskussion mit Politikern zum Thema „Erneuerbare Energien statt“ sowie das Auftakttreffen aller Pilger aus der Diözese Regensburg mit Bischof Dr. Gerhard Ludwig Müller. Für viele Jugendliche war der Auftaktgottesdienst am Nachmittag in Bonn eine große Überraschung: Waren sie zunächst bei dem Wort „Gottesdienst“ noch etwas skeptisch, änderte sich dies jedoch spätestens bei der Ankunft am Bonner Hofgarten: 100 000 Jugendliche waren zusammen gekommen, die Musik, die wehenden Fahnen aus allen Ländern, die lockere Atmosphäre und die ehrlichen Worte von Jugendbischof Bode waren Elemente eines Gottesdienste, den so noch keiner aus Ergoldsbach erlebt hatte. Beim anschließenden Konzert erschien um 22.00 Uhr Kardinal Meißner und lud die Jugendlichen ein, mit ihm ein „Vater unser“ als Abendgebet zu sprechen. Und plötzlich erschien es nicht mehr uncool, zu beten: tausende von Jugendlichen sprachen in ihrer Muttersprache das Gebet mit, als wäre es die natürlichste Sache der Welt.
Das Leitungsteam mit Gemeindereferent Reinhard Böhm, Maria Wittmann, Kathrin Stempfhuber und Mario Pöschl traf sich am Morgen mit den Jugendlichen zum Morgengebet. Im Anschluss daran wurde miteinander besprochen, welche Veranstaltungen an diesem Tag besucht wurden. So ging ein Teil der Gruppe am Mittwoch vormittag zur Katechese in die Beethovenhalle. Dort gab Weihbischof Renz Impulse zum Thema „Wahrheit“. Der zweite Teil der Gruppe fuhr nach Köln und sah sich dort einige der zahlreichen Angebote der verschiedenen Gruppen an. Am Nachmittag hatte man die Gelegenheit, die Vilezahl der Eindrücke beim „Musik - Picknick“ zu verarbeiten: In verschiedenen Parks teilten Freiwillige aus den Pfarreien selbst gebackenen Kuchen aus und zur Musik von Jugendbands konnte man sich einfach ausruhen, Tagebuch schreiben oder über die vielen Eindrücke sprechen. Am Abend trafen sich die Jugendlichen wieder im „Global village“, um dort ausgelassen zu feiern. Erstaunlich für die Veranstalter war, dass trotz der vielen Jugendlichen und der Feiern Alkohol und Gewalt in diesen Tagen kein Thema waren.
Am Donnerstag machten sich die Ergoldsbacher nach Köln auf, um bei der Begrüßung von Papst Benedikt dabei zu sein. So konnten sie miterleben, wie der Papst auf dem Schiff vor den Poller - Wiesen seine Begrüßungsansprache an die Jugendlichen hielt. Wegen der großen Menschenmenge erwies sich die Rückfahrt nach Bonn ins Quartier als wahres Abenteuer. Der Bahnhof an der Messe war aus Sicherheitsgründen für mehrere Stunden gesperrt worden. So blieb nur die Möglichkeit, mit der U - Bahn zu fahren. Auf dem Weg dorthin erwies sich die Bayernfahne einmal mehr als wichtiges Orientierungszeichen, um alle Gruppenmitglieder wieder sicher zurück zu bringen. Die Fahrt im überfüllten U - Bahnwagen war dann zwar anstrengend, aber unbeschreiblich: mit der Gitarre begleitet sangen alle Menschen über ihre Sprachgrenzen hinweg allen bekannte Gospels und Popsongs.
Den Freitag vormittag nutzten viele noch einmal zur Erholung: Baden, shoppen, ausruhen - so stand doch am Samstag noch der Weg auf das Marienfeld bevor. Doch bevor es losgehen sollte besuchten die Jugendlichen noch das Musical „Jesus Christ Superstar“. Auf ganz beeindruckende Weise wurde der Leidensweg Jesu mit Gewalt, Terror und Leiden in unserer Zeit in Verbindung gebracht. Einige Jugendliche fuhren dann am Abend noch einmal nach Köln, um im Dom zum Schrein der Heiligen Drei Könige zu pilgern. Am Samstag vormittag brachen die Ergoldsbacher zum Marienfeld auf. Zunächst ging es mit dem Bus auf den Autobahnparkplatz Frechen. Von dort ging es mit dem Gepäck zu Fuß weiter. Nach eineinhalb Stunden schließlich erreichte man das Marienfeld. Da es die Organisatoren versäumt hatten, die ausgegeben Karten zu kontrollieren, gab es zunächst Probleme einen Platz für die Nacht zu finden. Nach einigem Hin und Her hatten die Ergoldsbacher dann doch ihren Platz. Zur Musik von internationalen Künstlern wie der Kelly - Family oder Giora Feidmann erholten sich die Jugendlichen vom anstrengenden Weg. Inzwischen waren auf dem Marienfeld 500 000 Pilger angekommen. Unbeschreiblich sind die Eindrücke bei der Ankunft von Papst Benedikt am Marienfeld: Von der gelungenen musikalischen Gestaltung über die schöne Gestaltung der Vigilfeier bis hin zu den sympathischen Auftreten von Papst Benedikt - die Kirche zeigte sich in diesen Tagen von einer Seite, die man an ihr sonst nicht so kennt. Als der Papst das Marienfeld gegen Mitternacht verließ, waren die Jugendlichen müde. Es wurde noch ein wenig geplaudert und dann schliefen die meisten trotz der Kälte gut ein. Am Sonntag schließlich erlebten sie den größten Gottesdienst in der Geschichte Deutschlands mit. Und auch hier: die Gestaltung und die Worte des Papstes ließen erleben, dass der Glaube nichts unzeitgemäßes, angestaubtes sein muss. Die Ergoldsbacher Gruppe machte sich im Anschluss an den Gottesdienst auf den Weg zurück zum Bus und konnte noch vor dem ganz großen Ansturm das Gelände verlassen. Müde, aber zufrieden, gut gelaunt und voller Eindrücke kam die Gruppe spät in der Nacht wieder in Ergoldsbach an.
Die Verantwortlichen in der Pfarrgemeinde Ergoldsbach möchten die Erlebnisse der Jugendlichen auch gerne in die Pfarrgemeinde mit hineinnehmen: So sind alle Ergoldsbacher, die am Weltjugendtag dabei waren am Sonntag, den 09. Oktober zum Gottesdienst eingeladen. Der Gottesdienst wird mit Liedern und Elementen des Weltjugendtages gestaltet. Im Anschluss daran findet ein Treffen im Pfarrsaal statt.