Kaum ein anderes Zeichen prägt die Weihnachtszeit so sehr wie der Christbaum. In der Pfarrkirche St. Peter und Paul wird er jedes Jahr zu einem eindrucksvollen Mittelpunkt – und zu einem sichtbaren Symbol lebendiger Gemeinschaft.
Wenn der mehr als 6 Meter hohe Baum in der Woche vor Weihnachten in die Kirche einzieht, verwandelt sich das Gotteshaus für einige Stunden in eine Werkstatt voller Leben. Männer, Frauen und Jugendliche aus der Pfarrei packen mit an: Der Bauhof der Marktgemeinde fällt und liefert die Tanne, zahlreiche ehrenamtliche Helfer richten sie im Kirchenraum auf – und erst dann beginnt das eigentliche Werk: das Schmücken.
Die Tradition des Kirchenbaums ist über viele Jahrzehnte gewachsen. Bis 2003 wurde jedes Jahr eine Fichte aus dem Wald geholt, doch seit Weihnachten 2004 stammen die Christbäume – inzwischen meist Tannen – aus Privatgärten. Viele Jahre spendete die ehemalige Mesnerfamilie Frohnhöfer aus Kläham den Baum aus dem eigenen Garten; seit einigen Jahren übernimmt diese Aufgabe die Familie Englbrecht aus Siegensdorf. Auch aus Osterhaun, von Herrn Plendl, oder aus Unterdörnbach, von der Familie Buchner, kam bereits der Christbaum. Die gespendeten Tannen prägen das weihnachtliche Erscheinungsbild der Kirche – und sind für viele Besucherinnen und Besucher zu einem stillen Höhepunkt der Festtage geworden.
Geleitet wird das Schmücken heuer vom Mesner der Agathakirche, Kevin Dietze. Er koordiniert nicht nur die Arbeiten, sondern steuert in diesem Jahr auch eine besondere Verzierung bei: selbstgebastelte Engel aus alten Gotteslob-Seiten, die dem Baum eine poetische Note verleihen. Rote Kugeln, Strohsterne und unzählige Lichter vervollständigen das festliche Bild. Und wenn schließlich die schwindelfreien Helfer die Spitze anbringen, erfüllt ein leises Raunen den Raum – dann ist er vollendet: der Christbaum, der bis Mariä Lichtmess die weihnachtliche Stimmung in dieser Zeit des Kirchenjahres trägt.
Doch nicht nur der Baum macht die Pfarrkirche zu einem besonderen Ziel in der Weihnachtszeit. Auch die liebevoll gestaltete Krippe ist ein echter Blickfang. Die großen Figuren ziehen besonders die Kinder an. Im Hintergrund spannt sich ein nachtblauer Sternenhimmel, der der Szene eine warme, friedliche Tiefe verleiht. Gemalt wurde dieser Himmel bereits vor einigen Jahren von Konrad Anzinger, dem Vater von Pfarrer Stefan Anzinger. Seine Arbeit lädt dazu ein, länger zu verweilen, die Stille zu genießen und mitten im Trubel der Zeit zur Ruhe zu kommen.
Wer in der Weihnachtszeit in Ergoldsbach unterwegs ist, sollte unbedingt einen Blick in die Pfarrkirche St. Peter und Paul werfen. Christbaum und Krippe erzählen dort nicht nur die Weihnachtsgeschichte – sie machen sie sichtbar, spürbar und lebendig.