Für die Besucher war es ein geselliger Sommertag im Pfarrgarten. Für Florian Federmann war es weit mehr als das: Sein erstes Pfarrfest als verantwortlicher Organisator.
Mit der Wahl zum Pfarrgemeinderatssprecher nach der konstituierenden Sitzung des neu gewählten Pfarrgemeinderates übernahm er in diesem Jahr auch die Verantwortung für das traditionsreiche Pfarrfest. Nach zwölf Jahren gab Robert Gahr die Organisation in neue Hände – allerdings nicht, ohne seine Erfahrung einzubringen.
Was für die Gäste wie selbstverständlich wirkt, beginnt bereits Wochen vorher. Mehrere Vorbereitungssitzungen standen auf dem Programm. Listen wurden erstellt, Lieferanten abgestimmt, Helfer eingeteilt und zahlreiche Entscheidungen getroffen. Besonders wichtig war dem Organisationsteam, neben den vielen langjährigen Unterstützern auch neue und jüngere Helfer für das Pfarrfest zu gewinnen. Dieses Ziel wurde erreicht: Viele erklärten sich bereit mitzuhelfen und brachten sich engagiert ein. Einen großen Anteil daran hatten auch die zahlreichen Ministrantinnen und Ministranten, die beim Auf- und Abbau, beim Getränkeservice, an verschiedenen Stationen und bei vielen kleinen Aufgaben im Hintergrund tatkräftig mit anpackten.
Kurz vor dem Fest stellte jedoch die außergewöhnliche Hitzewelle alle Planungen auf die Probe. Sollte das Pfarrfest überhaupt stattfinden? Gemeinsam wurden Risiken und Chancen sorgfältig abgewogen und ein umfassendes Sicherheitskonzept entwickelt. Nach Rücksprache mit Christoph Schröer, der beruflich Erfahrung mit Großveranstaltungen und Hitzeschutzkonzepten hat und auch als Helfer engagiert ist, fiel schließlich die Entscheidung: Das Pfarrfest kann stattfinden – mit entsprechenden Vorsichtsmaßnahmen.
Bereits am Samstagvormittag verwandelte sich der Pfarrgarten in eine große Baustelle. Vier Festzelte wurden aufgebaut, Pavillons errichtet, die Bühne vorbereitet, Verkaufsbuden eingerichtet sowie Getränkekühlanhänger, Schankanlage, Geschirrspülstationen, Kühlschränke, Grillstationen und Essensausgabe aufgebaut. Zeitgleich trafen die ersten Lieferungen mit Getränken und Fleisch ein. Auch hier zeigte sich bereits das große Engagement der zahlreichen Helfer – darunter erfreulicherweise viele neue Gesichter.
Während viele bereits schliefen, wurde in der Nacht auf Sonntag noch gearbeitet: Rund 70 Kilogramm Kartoffeln wurden gedämpft. Am frühen Sonntagmorgen trafen sich zahlreiche Helferinnen, um sie zu schälen, zu schneiden und den Kartoffelsalat frisch zuzubereiten. Parallel dazu wurden Rollbraten, Würstl, Brezen, Semmeln und die übrigen Lebensmittel angeliefert.
Der Sonntag entwickelte sich zu einem der heißesten Tage des Jahres. Noch einmal wurde das Sicherheitskonzept überprüft – mit positivem Ergebnis. Alle Beteiligten waren vorbereitet.
Als die Helfer ihre Aufgaben übernahmen, legte sich bei Florian Federmann langsam die Anspannung. Zwar gab es immer wieder organisatorische Fragen zu beantworten, doch insgesamt griff ein Rad ins andere. Bereits vor Beginn des Gottesdienstes wurden Getränke verkauft und an die Tische gebracht, damit die Besucher bei den hohen Temperaturen ausreichend versorgt waren.
Während des Gottesdienstes reagierte Pfarrer Anzinger mit zwei kurzen „Hydration Breaks“ auf die Hitze. Helfer brachten dabei erneut Getränke an die Tische – eine Maßnahme, die von den Gottesdienstbesuchern dankbar angenommen wurde.
Im Hintergrund wurde bereits der Grill angeheizt, und der Duft von Rollbraten und Würstl zog langsam durch den Pfarrgarten.
Zum Ende des Gottesdienstes richtete Florian Federmann erstmals als verantwortlicher Organisator das Wort an die Besucher. Neben organisatorischen Hinweisen dankte er dem Organisationsteam sowie den mehr als 60 Helferinnen und Helfern aus Pfarrgemeinderat, Kirchenverwaltung, Frauenbund, Kolpingsfamilie, Kinder- und Jugendchor, Bauhof, Feuerwehr und vielen weiteren Unterstützern.
Wie vielfältig die Aufgaben hinter einem Pfarrfest sind, zeigte sich im Hintergrund. Helferinnen und Helfer kümmerten sich um den Auf- und Abbau, den Getränkeausschank, die Bedienungen, das Abräumen sowie die Kasse. In der Küche wurden Kartoffelsalat und weitere Salate vorbereitet, Besteck gewickelt und das Geschirrmobil betreut. Am Grill, in der Essensausgabe sowie beim Verkauf von Kaffee und Kuchen, Eis, Cocktails, Büchern, Käse und Leberkäse herrschte durchgehend Betrieb. Andere bereiteten Gummibärchenspieße und Waffeln zu. Für die Kinder standen Losstand, Wurfbude, Hüpfburg, Bällebad, Wasserrutsche und Sprühtattoos bereit, aber auch angeleitete Angebote wie Basteln und schminken. Auch Fotografie und Mesnerdienst gehörten zu den vielen Aufgaben, die jedes Jahr wieder für einen reibungslosen Ablauf notwendig waren. Ein großer Teil der Helfer und Helferinnen, übt dieses Ehrenamt schon über Jahre zuverlässig, treu und eigenverantwortlich aus.
Ein besonderer Dank galt heuer auch den Ministrantinnen und Ministranten, die den gesamten Tag über mit großem Einsatz mithalfen und damit einen wichtigen Beitrag zum Gelingen des Pfarrfestes leisteten.
Außerdem verabschiedete er vier langjährige Mitglieder des Pfarrgemeinderates: Alfons Woidy, Stephan Weber, Erna Steger und Stefanie Müller und würdigte deren langjähriges Engagement.
Besonders eindrucksvoll blieb seine Botschaft, dass ein Fest nicht durch Zelte, Essen oder Organisation entstehe, sondern durch die Menschen, die gemeinsam anpacken und miteinander feiern. Das „Z'samhelfa“, wie es im Heimatmuseum genannt werde, sei das eigentliche Fundament eines solchen Tages. Die Rede wurde mit Schmunzeln und Applaus aufgenommen. Auch Pfarrer Anzinger quittierte sie mit einem anerkennenden Nicken.
Nach dem Schlusssegen begann die Essensausgabe. Zwar blieben die Besucherzahlen wegen der großen Hitze etwas hinter den Erwartungen zurück, dennoch herrschte den ganzen Tag über eine angenehme und entspannte Atmosphäre.
Als sich der Tag langsam dem Ende zuneigte, begann bereits der Abbau. Wieder waren zahlreiche Helfer zur Stelle, sodass Bänke, Tische, Zelte und Buden zügig verschwanden. Gegen 20 Uhr war der Pfarrgarten weitgehend wieder aufgeräumt.
Für die Organisatoren und Helfer endete damit ein langer und intensiver Tag. Die letzten Aufräumarbeiten sollten zwar erst am folgenden Morgen abgeschlossen werden. Doch schon am Sonntagabend überwog vor allem eines: die Freude darüber, dass das Pfarrfest gelungen war – und dass trotz der außergewöhnlichen Hitze alle Beteiligten den Tag gesund und in bester Stimmung gemeinsam feiern konnten.
Alle Helferinnen und Helfer sind herzlich zum Helferfest am 13. Juli um 19 Uhr zum Gasthof Pritscher in Greilsberg eingeladen!